Der Beruf des Dolmetschers – ein anspruchsvoller Job

Die ersten Konferenzdolmetscher wurden 1919 auf der Friedenskonferenz in Genf eingesetzt. Bis dahin war Dolmetschen ein Freundschaftsdienst, den Juristen, Diplomaten und Journalisten übernommen haben. Die diplomatischen Sprachen Englisch und Französisch genügten aber Anfang des 20. Jahrhunderts nicht mehr und so entwickelte sich das Konferenzdolmetschen zu einem eigenen Berufsfeld.

Daraufhin entwickelte sich auch eine spezielle Ausbildung zum Konferenzdolmetscher. Und mit internationalen Organisationen wie die UNO oder die NATO erhöhte sich plötzlich der Bedarf an Konferenzdolmetschern Dolmetscher arbeiten auf internationalen Konferenzen jeglicher Art: für multinationale Organisationen wie die EU, Kongresse, Pressekonferenzen, Messen, Geschäftsverhandlungen und viele mehr.

Konferenzdolmetscher – der drittstressigste Beruf der Welt

Dolmetscher müssen über ein ausgeprägtes Auffassungsvermögen und ein sehr gutes Sprachgefühl verfügen und müssen sich zugleich auf mehrere Dinge gleichzeitig zu konzentrieren können. Konferenzdolmetschen ist laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) der drittstressigste Beruf überhaupt, nach dem Beruf des Piloten und des Fluglosten. Die physischen und psychischen Belastungen sind bei dem Beruf des Konferenzdolmetschers besonders hoch. Denn Dolmetscher müssen im Bruchteil von Sekunden sowohl das Gesprochene haargenau übersetzen als auch gleichzeitig die laufende Rede zur Übersetzung erfassen können. Und zugleich stehen Konferenzdolmetscher auch vor einem ganz praktischen Problem: die Luft in der Dolmetscherkabine wird durch den hohen Sauerstoffverbrauch dünn – das stresst den Körper zusätzlich. Dolmetscher haben aber nicht nur die Aufgabe, zwischen den Sprachen, sondern auch zwischen den unterschiedlichen Kulturen zu vermitteln. Das bedeutet: jeder Konferenzdolmetscher muss auch Kenntnisse über das Land und die Kultur haben. Nur so kann sichergestellt werden, dass neben dem Inhalt auch die Bedeutung des Gesagten richtig und vollständig übertragen wird. Zudem ist ein gewisses Fachwissen gefragt: Ob Wissen über den Finanzmarkt oder über Umweltprobleme – auch hier muss sich ein Dolmetscher auskennen. Da A und O ist hier eine gute Vorbereitung für jede Konferenz. Eine intensive Vorbereitung auf jeden Einsatz ist das A und O im Dolmetscherberuf.

Die verschiedenen Arten des Dolmetschens

Die häufigste Form ist das Simultan-Dolmetschen: hier wird zeitgleich in die Zielsprache übersetzt. Diese Art des Übersetzens wird meist bei Konferenzen, bei denen mehrere unterschiedliche Sprachen gesprochen werden, eingesetzt. Die Konferenzdolmetscher befinden sich in einer schalldichten Kabine und hören den Redner über Kopfhörer. Der Dolmetscher muss innerhalb weniger Sekunden das Gesprochene verstehen und die passende Übersetzung finden. Hier ist höchste Konzentration gefragt! Daher arbeiten in der Regel Zweier- bis Dreierteams zusammen, so dass sich die Konferenzdolmetscher abwechseln können. Eine weitere Art ist das Konsekutivdolmetschen. Diese Art des Dolmetschens wird eingesetzt, wenn nicht mehr als drei Sprachen auf einer Veranstaltung oder Konferenz gesprochen werden. Der Redner teilt dabei seinen Vortrag in mehrere Themenblöcke ein. Der Konferenzdolmetscher macht sich während der jeweiligen Redeblöcke schriftliche Notizen und übersetzt am Ende der Blöcke den Inhalt. Im Vergleich zum Simultan-Dolmetschen ist hier ein deutlich geringerer Aufwand nötig. Zum einen werden keine Kabinen benötigt, zum anderen muss nur ein Dolmetscher pro Sprache eingesetzt werden. Eine andere bekannte Form des Dolmetschens ist das Flüsterdolmetschen. Hier spricht der Dolmetscher dem Zuhörer die Übersetzung in das Ohr. Diese Form des Dolmetschens ist allerdings nur bei einem Zuhörer möglich. Sie ist daher nicht für größere Veranstaltungen oder Konferenzen geeignet. Meist wird daher das Flüsterdolmetschen bei kürzeren Gesprächen oder informellen Treffen auf internationaler Ebene eingesetzt.

Neue Formen des Dolmetschens

Durch die zunehmende Digitalisierung und Internationalisierung unser Kommunikation gibt es auch für Dolmetscher neue Aufgabenfelder. Dazu gehört das Dolmetschen für Videokonferenzen, Internet-Chats mit Sprachübertragung, Webcasts und weitere Formen der digitalen Übertragung. Für die digitalen Anforderungen werden die verschiedenen Arten des Dolmetschens in digitaler Form eingesetzt – abhängig von der Größe der Veranstaltung und dem Bedarf der Zuhörer. Konferenzdolmetscher können also auch in Zukunft sicher sein, dass ihr Beruf weiterhin sehr gefragt sein wird.

 

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