Sechs Weihnachtstraditionen, die Sie noch nicht kannten

Es ist die schönste Zeit des Jahres, mit Weihnachtsdekorationen überall und Kindern, die Weihnachtslieder singen. Aber dieses Fest wird nicht in jedem Land auf die gleiche Weise gefeiert. Entdecken Sie sechs europäische Weihnachtstraditionen, die Sie vielleicht noch nicht kannten.

Nikolaus und Krampus (Deutschland)

 

 

Die Ankunft vom Nikolaus wird in Deutschland am 6. Dezember gefeiert. Traditionsgemäß geht der heilige Nikolaus in der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember von Haus zu Haus, um Süßigkeiten und kleine Geschenke in den Stiefeln jener Kinder zu hinterlassen, die ihre Stiefel sauber geputzt vor die Haustür gestellt haben.
Diese Figur basiert auf Nikolaus von Bari oder Nikolaus von Myra, einem Bischof, der für seinen frommen und großzügigen Charakter bekannt ist und der am 6. Dezember in Myra, in der Türkei, starb. Sein Brauch, Geschenke zu bringen, stammt aus der Geschichte über den Edelmann aus Patara. Ein Adliger, der all seinen Reichtum und Besitz verlor und gezwungen war, seine drei Töchter zu prostituieren. Als Sankt Nikolaus dies sah, bekam er Mitleid und half ihm, indem er an drei Tagen mit Gold gefüllte Schuhe durch das Fenster des Adligen warf.
Als Gegenspieler steht ihm Krampus, halb Ziege, halb Dämon, gegenüber. Dieses Monster peitscht böse Kinder aus und bringt sie in seine Höhle. Der Tradition nach ist die Nacht des 6. Dezember nicht nur die Nacht des Heiligen Nikolaus, sondern auch „Krampusnacht“. Wenn die Kinder aufwachen und statt Süßigkeiten eine Rute in Ihren Stiefeln finden, bedeutet das, dass der Krampus vorbei gekommen ist.

 

Caga Tió (Katalonien, Spanien)

 

Diese Tradition findet an Heiligabend (24. Dezember) statt. Es handelt sich um einen Baumstamm mit Gesicht und Hut, der teilweise von einer Decke bedeckt ist. Die Kinder schlagen diesen Weihnachts- Onkel (Tío), während sie ein Lied singen, in dem sie ihn bitten, Geschenke zu bringen. Am Weihnachtsmorgen nehmen die Kinder die Decke des Onkels ab und finden ihre Geschenke darunter.
Diese Tradition hat ihren Ursprung in der Rolle des Baumstammes, der dem Haus im Winter Wärme spendete, indem er verbrannt wurde, nachdem er Süßigkeiten an die Kinder des Hauses geliefert hatte. Nach dem Verbrennen wurde die Asche dieses Baaumstammes als Dünger auf den Feldern verstreut.

 

Mari Lwyd (Wales)

 

Eine alte Tradition, die in Südwales stark gepflegt wird. Ein Pferdeschädel wird am Ende eines großen Tuches platziert und mit farbigen Bändern und Glocken verziert. Er geht durch die Straßen und hält an jedem Haus, um an jeder Tür zu singen. Die Nachbarn antworten mit Liedern und geben am Ende auf und lassen Mari Lwyd in ihre Häuser, denn das bringt viel Glück für das neue Jahr.
Der Ursprung geht auf Rhiannon zurück, eine Stute, die verpflichtet war, die Besuche ihres Mannes Pwyll auf ihrem Rücken zu tragen. Die Tradition ist auch mit dem Krieg verbunden, da man glaubte, dass Pferde die Tiere waren, die die Seelen in die andere Welt führten.
Die Verwendung eines Pferdeschädels steht im Zusammenhang mit dem Tod und der Wiedergeburt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Brauch auch mit der „Wiedergeburt“ der Saat auf den Feldern nach dem Winter verbunden ist.

 

Der Tanz mit Bären- und Ziegen (Rumänien)

 

Der Tanz der Bären ist eine der eigentümlichsten Traditionen der rumänischen Weihnacht.
Eine als Bären verkleidete Gruppe von Menschen, begleitet von einem Dompteur, tanzt in rasendem Tempo durch die Straßen, bis sie so tun, als würden sie tot auf den Boden fallen. Dann simuliert der Dompteur, wie er das Herz aus den Bären herausreißt, dann findet die „Wiederaufstehung“ der Bären statt, die nun viel gefügiger sind. Diese Zeremonie symbolisiert die Unterwerfung der Natur, die Reinigung der Erde und die Vertreibung der bösen Geister.
Der Tanz der Ziege hingegen symbolisiert das Ende des Jahres. Dieses Tier wird mit einem beweglichen Holzrahmen dargestellt, der mit farbigen Bändern, Spiegelstücken und Quasten verziert ist.

 

Heiligabend mit 12 Speisen und sprechenden Tieren (Litauen)

 

In Litauen wird am Heiligabend (24. Dezember) „Kucios“ gefeiert, das aus einem Abendessen mit 12 Gerichten besteht, die die 12 Monate des Jahres und die 12 Apostel nach christlicher Tradition symbolisieren. Es sind in der Regel leichte Gerichte, ohne Fleisch, und es wird kein Alkohol getrunken. In dieser Tradition wird versucht, den ganzen Dezember über so gesund wie möglich zu essen. Es ist üblich, den Familienvorfahren und den nicht mehr anwesenden Verwandten etwas Essen von diesem Abendessen als Opfergabe überzulassen.

Es wird gesagt, dass an diesem Abend die Lebenden und die Toten am selben Tisch sitzen, wenn sich das Wasser aus den Brunnen in Wein verwandelt und die Tiere beginnen, in Menschensprache zu sprechen.

 

Die Befana (Italien)

 

Die Befana ist eine Hexe, die in Italien in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar Geschenke in die Häuser bringt. Sie hinterlässt Schokolade und Süßigkeiten in den Socken der Kinder, die sich gut benommen haben, und Holzkohle in den Socken derjenigen, die sich schlecht benommen haben.

Diese Tradition geht auf die alten heidnischen landwirtschaftlichen Bräuche zurück, die den Beginn des neuen Jahres feiern. Die Befana stellt das Ende der Weihnachtszeit dar, ihre Darstellung als alte Frau bezieht sich auf das alte Jahr. Die Befana wird auch mit Holda und Berchta aus der germanischen Kultur in Verbindung gebracht, als Personifizierung der winterlichen Natur.

Und wie feiern Sie Weihnachten?

 

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